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Atemschutz Workshop 2008

19.​03.​2008

Investition von 20000 Euro...Neue Atemschutz Geräte wurden mit einführungs Workshop eingeweiht...

 

Andre rennen raus, wir rennen rein!“ so lautet das Motto der Feuerwehren, um simpel nahezulegen wie gefährlich Ihre tägliche Arbeit bei Brandeinsätzen sein kann. Damit die Feuerwehrmänner und Frauen auch „rein rennen“ können müssen sie sich schützen. Einerseits gegen Hitze, andererseits gegen den gefährlichsten Feind den Rauch.


Hierfür besitzen die Feuerwehren neben so genannter Flammschutzüberbekleidung, Umluft unabhängige Atemschutzgeräte. Dies sind max. 16 kg schwere Geräte die in einer Flasche meist 1600 Liter Atemluft mitführen.


Wie alles bei der Feuerwehr, sind diese Geräte für den Jahrelangen Einsatz konzipiert, früher oder später muss man sie jedoch gegen modernes Gerät ersetzen, in Hirzenhain war dies nun der Fall. Jedoch nur weil der Hersteller die Ersatzteil Produktion für die über 25 Jahre alten Geräte einstellte. Die Führungskräfte der Kommune aus allen drei Ortsteilen setzten sich zusammen und erstellten ein Anforderungsprofil, anschließend durften die verschiedenen Hersteller zeigen was sie anzubieten hatten.


Nach vielen Überlegungen und Preisverhandlungen entschied man sich für den Hersteller MSA Auer. Die Geräte überzeugten vor allem durch Einsatzerleichternde Details und Einfachheit in der Bedienung.


Da die Einführung der neuen Geräte mit einigen Neuerungen in der Handhabung verbunden ist, entschied man sich die theoretische Pflichtunterweisung für AGT zentral an zwei Terminen am Jahresanfang durchzuführen.


Bei den Terminen wurden neben der wichtigen Geräteeinweisung vor allem das Vorgehen im Innenangriff behandelt. Hierzu wurden verschiedene praktische Übungen absolviert, um z.B. das richtige Anlegen der Schutzkleidung, das Fortbewegen im Innenangriff, die Türöffnung von Brandraumtüren oder den Umgang mit Hohlstrahlrohren zu üben.


Auch der Punkt persönliche Schutzausrüstung war einer der wichtigsten, dabei ging es nicht nur um Kleidung, sondern auch um Werkzeuge und sonstiges Zubehör, das vom Angriffstrupp unter Atemschutz mitzuführen ist.


Nach einem Mittagessen ging es dann in den praktischen Teil über, unter realitätsnahen Bedingungen wurden die neuen Geräte ausführlich getestet.


Hier fanden auch Rettungsübungen statt, bei denen es galt Personen im Haus zu finden und zu retten. Auch Notfälle mit verunglückten Atemschutzgeräteträgern wurden simuliert.


Um auch Einblick in technische Neuerungen zu bekommen, wurde als Gastdozent die Feuerwehr Büdingen eingeladen, sie brachten mobilen Rauchverschluss und Wärmebildkameras mit. Diese Geräte sind in vielen Feuerwehren bereits Standartausstattung und tragen eine grossen Teil zur schnellen Rettung von Menschenleben, bzw. Verhinderung der Schadensausbreitung bei.
Eindrucksvoll lauschten die Beteiligten den Ausführungen der Kameraden aus Büdingen zu den Einsatzerfolgen und Vorteilen, noch eindrucksvoller war allerdings der praktische Umgang mit den Gerätschaften. Leider sind gerade Wärmebildkameras sehr teuer und müssen sich immer wieder gegen Vorurteile in kleinen Feuerwehren stellen.


Zum Nachmittag und Ende der Veranstaltung, zeigten sich alle Feuerwehrangehörigen zufrieden mit der Fortbildung, positiv wurde über den Umgang mit den neuen Geräten berichtet, welche am 26.3.2008 in Dienst gehen und die Ära des legendären Pressluftatmer 80 beenden werden.


Besonders freuten wir uns über die Beteiligung von Führungskräften aus den umliegenden Feuerwehren, so war mancher angereist um sich die Neuanschaffung anzusehen oder auch einmal zu sehen wie die Pflichtfortbildung zentral abgehalten wird.


Sogar Mitglieder der gemeindlichen Gremien waren zu Gast und verschafften sich einen Überblick über die Investition. Bei der praktischen Ausbildung am Mittag konnte Ihnen eindrucksvoll gezeigt werden welche Möglichkeiten sich durch eine Wärmebildkamera ergeben und welchen bedeutenden Einfluss ein solches Gerät auf die Menschenrettung aber auch auf die Sicherheit der eigenen Leute hat. Erklärt wurde auch warum es aus zeitlichen Gründen und der damit verbundenen hypoxischen Hirnschädigung bei den in Not geratenen, nicht ausreicht ein solches Gerät nur in vereinzelten Feuerwehren vorzuhalten.
Absolut zufrieden zeigte sich Referent Klaus Henke über den Verlauf der beiden Fortbildungen, das Zusammenspiel aller drei Ortsteiler war hervorragend, die Motivation auch nach 8 Stunden Unterricht super und das Ergebnis ist wie durch die Führungsriege beabsichtigt ausgefallen.


Mit Sicherheit eine Veranstaltung mit Zukunft.